Die Feste Fahrbahn – für mehr Komfort und Sicherheit

Der zentrale Baustein der Ausbaustrecke Hanau—Nantenbach sind die vier Tunnelbauwerke zwischen Laufach und Heigenbrücken. In und an diesen Tunneln gelten besonders hohe Sicherheitsstandards, ein ganzes Bündel von Maßnahmen bildet daher ein umfassendes Sicherheitskonzept. Ein zentraler Baustein dieses Konzepts ist die sogenannte Feste Fahrbahn.

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Feste Fahrbahn vor dem Betonieren auf freier Strecke (Quelle: Andreas Homrighausen)
Feste Fahrbahn vor dem Betonieren auf freier Strecke (Quelle: Andreas Homrighausen)

Grundprinzip und Vorteile

Bei der herkömmlichen Bauweise von Gleisbett, Schwellen und Schienen (Oberbau) mit Schotter kommt es im Laufe der Zeit zu Abnutzungen des Schotters durch Vibrationen und Witterungseinflüsse. Es entstehen kleinere Verschiebungen der Gleislage, der Schotter muss daher regelmäßig nachgestopft oder sogar ausgetauscht werden. Bei der Festen Fahrbahn hingegen werden die Gleise direkt in einem starren Bett aus Beton und Stahl verlegt. Dadurch weist die Feste Fahrbahn eine deutlich stabilere Gleislage auf, was ein komfortableres Reisen ermöglicht. Sie ist verformungs- und witterungsbeständig und damit grundsätzlich sogar für Geschwindigkeiten bis zu 250 Kilometer pro Stunde geeignet. Zudem zeichnet sich die Feste Fahrbahn durch sehr geringe Wartungskosten aus.

Freie Fahrt für Einsatzfahrzeuge

Wichtigstes Merkmal der Festen Fahrbahn in Bezug auf die Sicherheit im Tunnel ist, dass sie mit einem sogenannten Gleiseindecksystem versehen werden kann. Die Schienen verlaufen damit nicht mehr erhaben oberhalb von Schwellen und Gleisbett, sondern bilden zusammen mit den Eindeckplatten eine fast vollständig ebene Fläche – in etwa so, wie man es von Straßenbahnen kennt. Das hat für den Einsatzfall den entscheidenden Vorteil, dass die Rettungsfahrzeuge wie auf einer Straße schnell und direkt an jede Stelle im Tunnel gelangen können. Der Tunnel Falkenberg muss aufgrund seiner Länge von über 2.600 Metern für Einsatzfahrzeuge befahrbar sein, er wird daher vollständig mit einem solchen Gleiseindecksystem ausgestattet.

In unserem Video kommt der zuständige Projektingenieur Ingo Weykopf zu Wort und erläutert, wie die Feste Fahrbahn in den Tunneln der Umfahrungsspange eingebaut wird und auf was es dabei ankommt:

Die wichtigsten Fakten zur Festen Fahrbahn im Überblick

  • Bei der Ausbaustrecke Hanau—Nantenbach wird die Feste Fahrbahn auf einem Abschnitt von insgesamt 5,8 Kilometern Länge eingebaut. Die Kosten dafür betragen rund 9,5 Millionen Euro.
  • Der Einbau der Festen Fahrbahn ist Präzisionsarbeit: Im Gegensatz zum Schotteroberbau sind nachträgliche Korrekturen an der Gleislage kaum mehr möglich, da die gesamte Fahrbahn nach Aushärten des Betons ein monolithisches Gebilde darstellt. In verschiedenen Stufen werden die Bauteile daher vorher bis auf eine Toleranz von zwei Millimeter ausgerichtet.
  • Die Geschwindigkeit, in der die Feste Fahrbahn betoniert werden kann, beträgt in der Anfangsphase etwa 130 Meter pro Tag. Häufige Übergänge zwischen verschiedenen Bauwerken und Arbeiten unter freiem Himmel erfordern zahlreiche Maßnahmen, um der Witterung zu trotzen, oder auch um spezielle Schalungselemente herzustellen. Später ist es aufgrund gleichbleibender Umgebungsbedingungen möglich, die Arbeitsgeschwindigkeit im Tunnel Falkenberg auf bis zu 200 Meter pro Tag zu steigern.
  • Auf der Eisenbahnüberführung über die B26 liegt die Feste Fahrbahn gleitend auf dem Untergrund. Dadurch werden Kräfte von bremsenden oder beschleunigenden Zügen nicht auf das Brückenbauwerk übertragen.

Zeitplan

  • Baubeginn: 05/2016
  • Ende der Betonierarbeiten im Falkenbergtunnel: 10/2016
  • Einbau der Befahrbarkeitsplatten im Tunnel Falkenberg: bis 11/2016

Baustellen-Impressionen vom Falkenberg

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Quelle: Lothar Mantel
Quelle: Lothar Mantel

Videos

 

Geologie

Bau der Innenschale

Bergmännischer Tunnelvortrieb

Tunnelanschlag am Falkenberg

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Bildergalerie: Baustellenimpressionen

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Signalanlieferung zwischen Goldbach und Wiesthal (August 2016)
Signalanlieferung zwischen Goldbach und Wiesthal (August 2016)

Service

Gesamtbroschüre zur Ausbaustrecke Hanau–Nantenbach

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